Die Eier des Lebens
Mittwoch, 1. Februar 2012
Catherine “Cathy” Jamison, ideal und glänzend besetzt mit Laura Linney (Das Leben des David Gale, Die Geschwister Savage, John Adams, The Mothman Prophecies), erhält zum Auftakt der Serie die niederschmetternde Diagnose: Krebs! Unbehandelbar; Prognose: 6 Monate.
Die Collegelehrerin verleugnet erst einmal alles, gesteht weder sich noch sonst jemandem ein, wie es um sie steht. Einzig die misanthropische Nachbarin, selbst schon mit einem Fuß im Grab, durchschaut die Sache. Dann aber beschließt die etwas verhuschte Lehrerin, dass jetzt endlich einmal sie an der Reihe ist. Mit dem Leben. Schließlich steht das Verfallsdatum vor der Tür …
Herrlich unsentimental, schwarzhumorig, politisch unkorrekt, makaber, direkt, drastisch und bei all dem stets glaubwürdig und lebensnah. Nicht selten zum Brüllen komisch, immer wieder aber auch tief berührend, lebt The Big C abgesehen vom starken Skript und dem sardonischen Tonfall, den Laura Linney perfekt trifft, vor allem von den schrägen Charakteren: Cathys Bruder Sean, der manisch-depressive, aus dem Müll essende Obdachlosen-Guru; die fette, schwarze Andrea, die allen über den Mund fährt und dabei total sensibel ist und von einer Karriere als Modedesignerin träumt (Gabourey Sidibe, bekannt aus Precious – Das Leben ist kostbar); Marlene, die selbst todkranke Nachbarin, mit ihrem Humor aus dem Leichenschauhaus… Prominente Gastauftritte (Idris Elba, Star der ebenso düsteren wie großartigen Brit-Crime-Serie Luther; Liam Neeson [96 Hours, Unknown Identity, Under Suspicion - Unter Verdacht, Rob Roy, Schindlers Liste]) vervollständigen den überaus positiven Gesamteindruck.
Die erfolgreiche und mehrfach ausgezeichnete Showtime-Serie geht im Original ab 8. April 2012 in die dritte Staffel; Staffel 1 ist auf deutsch erhältlich.

Der Endsieg des Überwachungsregimes moderner Bauart ist Wirklichkeit: Ein geheimes System wertet sämtliche Überwachungsdaten aller Kameras, Mikros, E-Mails usw. aus und setzt sie miteinander in Beziehung – um Bedrohungen schon zu verhindern, bevor sie eintreten. Bei dieser futuristischen, proaktiven Antiterrormaßnahme fallen jedoch auch Normalos auf, die in irgendeiner Weise in gefährliche Situationen geraten werden; für die Regierung sind sie irrelevant, der Erfinder des Systems, Harold Finch (
Unmittelbar fesselnd, drastisch in Handlung und Setting, historisch begründet: Das AMC-Western-Drama “Hell on Wheels” (der Begriff bezog sich im 19. Jahrhundert auf den Tross aus Hurenzelten, Schnapsbuden, Spiel- und Tanzsalons, der die Gleisarbeiter der Union Pacific Railroad begleitete) setzt nach dem Ende des Bürgerkriegs an. 1865 – Lincoln ist tot und “the nation is an open wound”. Cullen Bohannon (
Deshalb macht sich der Ex-Konföderierte auch auf den Weg zur
Ausbeutung, Betrug, Indianerangriffe, Blut, Gewalt, Tod und Schnaps, Huren, Prediger und heimwehkranke Iren, “the fair maiden of the west” und natürlich sich zu Tode schuftende (schwarze) Eisenbahnarbeiter, die zwar keine Sklaven mehr sind, aber dennoch Untermenschen, die noch dazu nicht mehr wissen, wo ihr Platz in der Gesellschaft ist. Der düster-dreckige Cocktail mit dem starken Script wurde generell gut aufgenommen und ist die zweiterfolgreichste AMC-Show nach “The Walking Dead”. Die zehnteilige Season 1 endet noch im Jänner 2012, eine zweite Staffel ist aber bereits beschlossene Sache.
Harriet Korn, best- und starbesetzt mit Oscarpreisträgerin 
In der Ende Jänner finalisierten 2. Staffel wurde vieles an den Grundlagen geändert: Harriet Korn zieht in den Stock über dem Schuhgeschäft, welchen sie sich mit der größenwahnsinnigen, geldgierigen, narzistischen, skrupellos schmierigen Dauerwitzfigur von Anwalt, Tommy Jefferson (

Auch am US-Serienmarkt ist es nun soweit: Mit “
Storybrooke, Maine, ein unscheinbares Provinzstädtchen im US-amerikanischen Irgendwo. Alle sind dort zu einem Parallelleben verurteilt, in dem die Zeit stillsteht und niemand über seine wahre, märchenhafte Identität Bescheid weiß. Schuld daran ist natürlich die böse Königin: Nachdem Snow White ihr Leben ruiniert hatte, wollte sie nichts mehr anderes, als das Glück aller zu zerstören – angefangen mit dem von Snow White und Prince Charming, deren Hochzeit sie gleich zum Auftakt gründlich vermiest. Die einzige Möglichkeit, den Fluch zu besiegen, bietet die Tochter der beiden, deren Eingreifen im Alter von 28 prophezeit ist. Auftritt Emma Swan (
“Once Upon a Time” ist bestes Serienfutter für die Altersgruppe 14 bis 49 und eine der Serien, die vom OK-Piloten an immer besser wird: Die Geschehnisse im Märchenland und in Storybrooke werden geschickt miteinander verwoben, abwechselnd befinden wir uns inmitten von (Medium Dark) Fantasy und gegenwärtigem (Familien-)Drama. Die spannendste Figur ist für mich Mr. Gold alias Rumpelstiltskin, unnachahmlich verschlagen und hinterhältig dargebracht von
Einen deutlich dunkleren, andererseits aber auch wieder komischeren Tonfall schlägt “





Nancy agiert mit optisch überzeugendem Ganzkörpereinsatz, wobei ihre im Verlauf von bisher 6 Staffeln (Nr. 7 startet im Sommer 2011) wechselnden Liebhaber immer mit Drogenkriminalität zu tun haben. Wer sagt, man könne business and pleasure nicht verbinden? Der für mich einzige Schwachpunkt der Serie besteht in der zunehmenden Kriminalisierung, wodurch Staffel für Staffel ein bisschen Humor für ein wenig mehr Härte verloren geht. Ab etwa Season 4 macht sich das deutlich bemerkbar, aber wer sich davon selbst überzeugt, ist natürlich längst “hooked” und wird der Anarcho-Comedy treu bleiben bis zum letzten Zug…


n Faden und überzeugende Action auf, dass auch für Spannung gesorgt ist. Der zweite Handlungsstrang spielt sich im und um das Buy More ab, wo insbesondere dank Morgan Grimes (










Nun setzt die Handlung der neuen Serie zwar 40 Jahre nach den Ereignissen in und um den Kampfstern an und wieder kämpfen Menschen gegen Zylonen, damit enden die Gemeinsamkeiten aber auch schon wieder. Battlestar hebt mit einem fulminanten, drei(!)stündigen Pilotfilm an, in dem die beinahe vollständige Vernichtung der Menschheit vollzogen wird. Aus dem Nichts kommende Zylonen legen mit einem Computervirus die gesamte Verteidigung lahm, die untereinander vernetzten, hochtechnisierten Battlestars werden zum Abschuss freigegeben, die planetaren Verteidungsanlagen vernichtet. Nur die Galactica, der computertechnisch isolierte Dinosaurier, übersteht mitsamt einer verstreuten Ansammlung von zivilen Raumschiffen die Attacke; um die 50.000 Menschen kämpfen fortan ums nackte Überleben im endlosen Raum.
Diese Ausgangssituation gibt natürlich reichlich Gelegenheit für actionreiche Sequenzen, die auch auf dem heute gewohnten hohen Niveau tadellos ins Bild gesetzt werden. Den eigentlichen Reiz der Serie macht aber die menschliche Seite aus: Kann sich die Demokratie im Angesicht des Untergangs einer Spezies behaupten? Ist es überhaupt anstrebenswert, derartige Ideale in einer Extremsituation hochzuhalten? Welche Rolle kommt dem Glauben zu?