Opa Hucke’s Mitmachkabinett

Eine wunderbare Gelegenheit, auf kindlich-nostalgische Entdeckungsreise zu gehen, bietet dieses neu aufgelegte Werk des altgedienten, stets gut aufgelegten gesellschaftskritischen Grafikers und Zeichners F. K. Waechter (gest. 2005). Der einleitende 1-Seiten-Comic legt das Konzept fest: “In einem Buch darf nicht gemalt, geklebt, geschrieben, gefaltet und geschnitten werden.” erklärt der strenge Herr Kneisel dem gutmütigen Opa Hucke. Doch genau darum geht´s: Die Kinder sollen hineinschreiben, Geschichten fertig erzählen, Zeichnungen ausschmücken, Farbenfrohsinn verbreiten, ja sogar Löcher reinbohren und dekorative Fettflecken reinschmieren.
Das hat 1976 Spaß gemacht und tut es heut nicht minder. Das anarchische, naive, überbordende, verwirrende, liebevolle Sammelsurium aus Kreativität anreizenden Schnrpln jeder Art ist eindeutig den 70er entsprungen, was die etwa 5- bis 8-Jährigen von heute mit Sicherheit überhaupt nicht stört, für ihre Eltern aber einigen nostalgischen Reiz birgt und die eine oder andere Gelegenheit, sich mit dem Nachwuchs auf spielerische Art mit dem Lauf der Welt auseinanderzusetzen.
Friedrich Karl Waechter: Opa Hucke’s Mitmachkabinett. Diogenes, Zürich 2010. Geb., 130 S.

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