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Djinn 
Die weiter unten vorgestellte Reihe Djinn wird fleißig
weitergeführt.
Erhältlich sind neben den beiden Einführungsalben
Die Favoritin und Dreißig Glocken noch Band
3, Das Tattoo (links), und Band
4, Der Schatz (rechts), mit denen der faszinierende
erste Zyklus um Jade, die Favoritin des letzten Sultans,
und ihre britische Geliebte abgeschlossen wird.
Mit Band
5, Afrika (links unten) beginnt ein neuer Zyklus,
der nur zwei Bände umfasst und sich um das Geheimnis
hinter
einem Schmuckstück dreht - Jades schwarze Perle
stammt aus dem Besitz von Anaktu, der Göttin des
Fiebers und des Siechtums, und sie will es zurück.

Band
5 fand ich doch sehr enttäuschend nachdem uns der
erste Zyklus mit einer Fülle von Höhepunkten
versorgt hat; deshalb hier auch nur eine 4-Sterne-Wertung
für diese opulent und sinnlich gezeichnete, fesselnd
und komplex erzählte Geschichte - die allerdings
mit Band 4 im Grunde zu Ende ist. Ab sofort werden Jade,
Lord und Lady Nelson zu Serienfiguren, die es aktuell
gerade nach Afrika verschlägt, ab Band 7 soll es
Indien sein. Der Afrika-Geschichte fehlt es an Drive
und Spannung an allen Ecken und Ende, die etwas fragmentarische
Erzählweise, die im Verlauf der ersten 4 Bände
so wunderbar die beiden Zeitebenen verband, wirkt hier
nur noch aufgesetzt und störend. Toll wie gewohnt
allerdings die Zeichnungen von Ana Miralles, auch wenn
die Erotik sehr viel kürzer kommt als bisher; mit
dem Cover hat man diesbezüglich das Wesentliche
gesehen.
Band
6, Die schwarze Perle, gehört so gesehen einfach
in die Sammlung, der Ordnung halber; in der Zusammenarbeit
von Dufaux und Miralles steckt noch sehr viel Potential,
weshalb ihnen ein Durchhänger gerne verziehen sei.
Jean Dufaux/Ana Miralles: Djinn. Schreiber
& Leser, München 2003, 2004, 2005, 2006. Geb.,
48 S., je EUR 12,95

Alles klar? 
Absurd komisch, entsetzlich lustig, entlarvend boshaft - bei
F. K. Waechters Cartoons begegnet einem die ganze Bandbreite
menschlicher Ab- und Untergründigkeit, ohne Vorwarnung
wird es derb, makaber, philosophisch oder auch mal schenkelklopfender
Klamauk. Unsinn ist es nie - Waechter hat immer noch eine
Perspektive in petto, die dem Ganzen eine weitere, hintersinnige
Dimension verleiht.
"Adele zeigt ihren Brüsten die Männer."
ist ein schönes Beispiel für einen Cartoon, den
man sogar erzählen kann - nur um sich noch mehr über
den Anblick freuen zu können, wenn man ihn auch sieht.
Waechter, der auch ein anrührender Geschichtenerzähler
ist, geht mit Worten ähnlich virtuos wie mit seinen Strichen
um und hat den Cartoon vom kürzestlebigen gezeichneten
Witz zum Medium der Weltbetrachtung erhoben - ohne je die
Komik dabei aus den Augen zu lassen.
Nach bald 40-jährigem Schaffen hat Diogenes nun ein schmales,
aber inhaltsreiches, hübsches Geschenkbändchen mit
ausgewählten "Waechters" herausgebracht. Eine
schöne Gelegenheit, in ein ganz besonderes Miniuniversum
einzutauchen oder andere mit selbigem zu beglücken.
F. K. Waechter: Alles klar? Diogenes, Zürich 2006.
Geb., 92 S.
 Dschinn
Dschinn - Schleierzwang im Sündenpfuhl
Verschwunden ist der schöne, glatte Jüngling, an
seine Stelle ist ein über und über behaarter, testosteronstrotzender
Araberhengst getreten - Manfreds schwule Träume gehen
in Erfüllung, aber er hat die Rechnung ohne den Mufti
gemacht. Nur zu bald ist die magische Batterie geleert und
Mufti Abdullah Abba Schachmatt kommt in seiner ganzen ausgesuchten,
misanthropen Hässlichkeit inklusive wildem Bartgestrüpp,
unaushaltbaren Sandalen und dreckigen Zehennägeln wieder
zum Vorschein. Nur dass Manfred dem falschen Liebesgott inzwischen
hörig geworden ist...
Parallel dazu verfolgen wir Dörtes Bemühungen, den
streng katholischen Schnellstspritzer von der Müllabfuhr
kennen und lieben zu lernen.
Lustig, Ralf König, und explizitest abgedreht; mit Teil
1 kann der Comic zwar nicht ganz mithalten, aber für
Skurrilitäten der homophilen Art ist reichlich gesorgt.
Ralf König: Dschinn Dschinn - Schleierzwang im Sündenpfuhl.
rowohlt tb, Reinbek bei Hamburg 2006. 150 S.
Anleitung
zur sexuellen Unzufriedenheit 
Das Seminarkabarett, seit Jahren eines der erfolgreichsten
Programme in mittlerweile ganz Europa, als Comic. Eingebildete
Kleinschwänzigkeit, Ohr-gasmus, Re-Ejaculation-Project,
was Frauen wirklich wollen - hier wird Klartext geredet, hier
erfahrt ihr Antworten auf Fragen die ihr bisher nicht zu stellen
wagtet. Sehr witzig, sehr klug, sehr erhellend - für
absolut jeden Mann und jede Frau ab 25 Pflichtprogramm. Mit
dem Erscheinen des einfach perfekt gelungenen Comics gibt
es ab sofort keine Ausrede mehr - Kabarett verpasst, Film
verpasst, CD und Buch vergriffen - sondern nur noch: Kaufen,
sofortige Seminarcomiclesung, praktische Umsetzung. Dein(e)
Partner(in) wird's dir danken.
Bernhard Ludwig, Günther Payr, Tim Jost: Anleitung
zur sexuellen Unzufriedenheit. Ueberreuter, Wien 2006.
Geb., 80 S.
bei
amazon kaufen: EUR 14,95
Dschinn
Dschinn - Der Zauber von Schabbar 
Ralf König des Schwulenfunnycomics ist wieder da! In
zwei Teilen erzählt er die Geschichte der Schönheit,
die in eine Teekanne gesperrt wurde. Die Schönheit hat
- natürlich - die Form des liebreizenden Jünglings,
den sich irgendwer vorstellen kann, und ist zudem ein märchenhaft
unermüdlicher, sagenhaft einfallsreicher, völlig
tabuloser Sexsklave.
Nebst den wieder gelungenen (lol!) Verarschungen der (schwulen)
Beziehungswelt bezieht der neue König seinen Reiz vor
allem aus der Grundidee: Zum Liebesdschinn verzaubert wurde
nämlich der mieselsüchtigste, Frauen verachtendste
Grufti-Mufti aller Zeiten, seines Zeichens Erfinder der Sichtfenster-Burka.
Der Sexual-Kulturclash - der echte Mufti bahnt sich seinen
Weg zurück aus der Hülle des Liebesgottes und findet
sich in seiner ganz persönlichen Hölle aus Fleischeslust
und Vergnügen wieder - wird allerdings erst im abschließenden
2. Band stattfinden. Aber König wäre nicht König,
wenn er nicht bereits am Weg dorthin für bei aller Abgedrehtheit
stets treffenden Klamauk sorgen würde... Empfehlung!
Ralf König: Dschinn Dschinn - Der Zauber des Schabbar.
rororo, Reinbek bei Hamburg 2005. Tb., 164 S.
bei
amazon kaufen: EUR 10,20
Kenya:
Erscheinungen - Begegnungen - Verirrungen 
Einer Expedition begegnet ein Relikt aus prähistorischer
Vergangenheit: ein Dinosaurier. Andere sichten ein Mammut
inmitten einer Herde von Elefanten. Zeitgleich werden immer
häufiger UFOs wahrgenommen und eine alte Dschungellegende
rund um einen mörderischen Dämon scheint weit mehr
als nur Legende zu sein

Im Stil des neuen europäischen Comic gezeichnete, breit
angelegte und, wenn auch mit Science-Fiction-Elementen angereichert,
im Grunde klassische Abenteuergeschichte: Die ersten drei
Alben erschienen zeitgleich und führen doch nur zu immer
noch mehr Rätseln. Die Qualität der Dialoge ist
beachtlich (Rodolphe war dafür allein verantwortlich),
das Erzähltempo gemächlich, die Zeichnungen konventionell,
schnörkellos und gut.
Roldolphe & Leo: Kenya 1: Erscheinungen; 2: Begegnungen;
3: Verirrungen. Epsilon-Verlag, Nordhastedt 2004. Softcover,
48 S.
bei amazon kaufen: Band
1, Band
2, Band
3 je EUR 10,30
Robin
Hood 
Robin Hood war kein Heiliger und die dichterische Freiheit
erlaubt es grundsätzlich jedem, zu schreiben was er will.
Nur: Wozu Robin Hood bemühen - immerhin eine Symbolfigur,
die fest im Geschichtenkanon westlicher Prägung verankert
ist - wenn seine vor Heuschnupfen triefende Nase ohnedies
keine handlungstreibende Funktion ausübt? Wozu eine "reale"
Legende bemühen, wenn dann doch wieder zauberische Kräfte,
seltsame Kobolde und grünhaarige, tödliche Bikinischönheiten
von anscheinend irgendeinem anderen Planeten das Kommando
übernehmen? Und wen soll es ansprechen, Drachen wie stumpfsinnige
Bulldoggen aussehen zu lassen? Freie Neuinterpretationen in
allen Ehren, aber die vorliegende ist gründlich misslungen:
eine völlig verwirrte Geschichte wird durch die Beliebigkeit
der Figurenwahl auch nicht besser.
Frédéric Brrémaud/John-Simon Loche:
Robin Hood. 1 Merriadek. Carlsen Comics, Hamburg 2004.
44 S.
bei
amazon kaufen: EUR 10,30
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Tipps: Best of Comics
Diaz/Guarnido: Blacksad 2
Dufaux/Miralles: Djinn Dufaux/Marini:
Raubtiere
Blacksad2
- Arctic Nation
Gut Ding braucht Weile. Zwei Jahre nützten der Szenarist
Juan Díaz Canales und der Zeichner und Colorist Juanjo
Guarnido für Band 2 der Aufsehen erregenden Reihe Blacksad.
Die titelgebende Arctic Nation, eine Klu-Klux-Klan-artige
Rassistenvereinigung von Weißfellen, sorgt diesmal für
den drastisch-überzeichneten Hintergrund eines sehr persönlichen
Racheplans, bei dem die Fellfarbe eine entscheidende Rolle
spielt. Das zum Klischee neigende Szenario ist gelungener
als in Teil 1, überzeugt dennoch nicht 100%-ig, funktioniert
aber bestens als Vehikel für die absolut geniale zeichnerische
Umsetzung. Die Charakterisierung über die Wahl des passenden
Tiergesichts in Verbindung mit der grundsätzlich enormen
Ausdrucksstärke der Zeichnungen ergibt eine Kombination
von hoher Einprägsamkeit und atmosphärischer Dichte.
Als zusätzliche Würze seien Guarnidos handwerkliche
Perfektion und seine magische Fähigkeit, Bewegung einzufangen,
angeführt. Blacksad ist eines der Alben des Jahres.
Díaz Canales/ Guarnido: Blacksad 2 - Arctic Nation.
Carlsen Comics, Hamburg 2003, Hc, 56 S.
Bei
amazon kaufen: EUR 16,50
Djinn
"Der weibliche Körper trägt stets den Sieg
über den Mann davon, das hat die Geschichte oft genug
gezeigt. Doch es ist ein kompliziertes Spiel: Denn wer ist
der Mächtigere, der Herr oder der Sklave?"
Jean Dufaux hat ein Szenario vor dem Hintergrund des Zerfalls
einer Epoche, der letzten türkischen Sultane, geschaffen,
das, wie er anmerkt, "(beim Körper) beginnt und
endet". Der Harem als mystifizierter Ort, der weibliche
Körper als politisches Instrument, der vollkommene Sieg
durch die totale Unterwerfung - Dufaux weiß sich durchaus
origineller Elemente in seiner in zwei Zeitebenen angesiedelten
Story zu bedienen, die Politthriller, Krimi und Erotikon in
einem ist. Die Spanierin Ana
Miralles hat mit reduziertem und prägnantem Strich Illustrationen
geschaffen, die das spannungsreiche Spiel um Nähe und
Distanz (der Körper) der Personen perfekt in Szene setzen.
Von der auf drei Alben angelegten Serie sind bisher Die
Favoritin und Dreißig Glocken erschienen,
das Finale darf für 2004 erwartet werden.
Fazit: Ein modernes europäisches Comic, das vollendete
Handwerkskunst und genialische Schöpferkraft zu einem
meisterlichen Wurf verbindet. Rätselhaft, spannend und
höchst erotisch.
Jean Dufaux, Ana Miralles: Djinn. Schreiber & Leser,
München 2001/2002, Hc, 48 S.
Bei
amazon kaufen: Die
Favoritin EUR 13,40
Bei
amazon kaufen: Dreißig
Glocken EUR 13,40
Raubtiere
- Jäger der Nacht
Auch Vampire entwickeln sich - im Fall des Raubtiere-Zyklus
zu den Blutsaugern der neuen, zivilisierten Art, jener, die
Posten vergibt und für die ungleiche Verteilung von Reichtum
eintritt.
Nur zwei sind übrig, Drago und Camilla, Geschwister aus
uraltem Geschlecht, die dem alten Weg treu geblieben sind,
dem Weg der Dunkelheit. Als sie eine Schwäche unter den
Abtrünnigen erkennen, beginnen Sie ihren Rachefeldzug:
"
denn euer Reich geht unter."
Mit dem vorliegenden 4. Band endet Zyklus 1 der actionreichen
Horror-Sex&Crime-Geschichte. Das facettenreiche, immer
wieder überraschende Geschehen stammt von einem der aktivsten
und besten Comic-Szenaristen der Gegenwart, Jean Dufaux. Enrico
Marini sorgte für die sinnliche, naturalistische Darstellung
im Stil des neuen europäischen Comic.
Raubtiere ist ein Comic, der zur artform-typischen und hier
auch genregerechten Neigung zur Überzeichnung steht.
Die Storyintelligenz ist zugleich so ausgeprägt, dass
alles in den Dienst der Geschichte gestellt wird anstatt zum
klischeehaften Selbstzweck zu verkommen, wie dies leider allzu
oft geschieht. Ausdrucksvoll, spannend, durchdacht und sexy
- Comic-Fan, was willst du mehr?
Jean Dufaux, Enrico Marini: Raubtiere. Jäger der Nacht
IV. Carlsen Comics, Hamburg 2003. 56 S., Sc, 4-färbig.
Größeres
Coverbild
bei
amazon kaufen: EUR 12,40
Raubtiere.
Jäger der Nacht I; Raubtiere.
Jäger der Nacht II;
Raubtiere.
Jäger der Nacht III. Je Band EUR
12,40
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