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© Mag. Helmuth Santler

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Neuerscheinungen: Kinderbücher - und was SIE davon halten

Eine kurze Geschichte von allen Dingen Lesealter: 6–7
Die Pop-Up-Buchkunstwerke Neil Laytons sind Legende und wurden zigmal mit Preisen überhäuft – vollkommen zurecht. Zwar sieht man manchen der doch eher filigranen oder gar komplexen Faltpapierkonstruktionen förmlich an, wie sie in den Händen der 6-7-jährigen Zielgruppe ihre Struktur aufgeben, aber witzig und dabei erstaunlich lehrreich ist das allemal. Dass mir der Zeichenstil nicht besonders zusagt, ist u.a. Geschmackssache und sagt ja grundsätzlich wenig darüber aus, was den Kids gefällt.
Der Titel amüsiert – ein solcher Anspruch kann nur selbstironisch überhöhte Anmaßung sein. Umso stiller ist man nach dem ersten Durchblättern, Durchkurbeln, Aufklappen und Umklappen, gelingt es Layton doch tatsächlich, die Essenz der Technikgeschichte zu vermitteln. In zehn Pop-Up-Bildern. Verstehen Sie den Covertext also ruhig wortwörtlich, er verspricht keinen I-Punkt zuviel.
Neil Layton: Eine kurze Geschichte von allen Dingen. Boje, 2009. Geb., 22 S.

Artus – König der Könige Lesealter: 9–99
Oh. Ah. Wow. Ich hoffe dieser Einstieg genügt, um meiner zutiefst beeindruckten Sprachlosigkeit ob dieses Meisterwerks der Buchkunst Ausdruck zu verleihen. Ein mythisches, in schöne Sprache gekleidetes Thema, sachkundig und nah an den alten Sagen, von einem der weltweit renommiertesten Artusforscher und hundertfach erfahrenen Autor, gewiss – aber die Illustrationen sind es, die einen buchstäblich auf den ersten Blick in eine andere Welt zu versetzen scheinen, dorthin wo Gustav Klimt und ein heute unbekannter mittelalterlicher Illuminator gerade mit größtem Eifer und Kunstverstand dabei sind, den Goldglanz hinter den Nebeln von Avalon einzufangen, während ihnen Hieronymus Bosch über die Schulter sieht und darauf drängt, die dunkelelbischen Kräfte nicht zu vergessen. Das spinnseidendünne Gewebe zwischen überirdischem Glanz und bluttriefender Monstrosität, die Zwischenwelt, hier wird sie sichtbar, fühlbar, subjektiv tatsächlich greifbar. Erweisen Sie sich oder weihnachtlich Bedürftigen einen Gefallen und kaufen Sie dieses Buch!
John Matthews (Text), Pavel Tatarnikov (Illustration): Artus – König der Könige. Urachhaus, Stuttgart 2009. Geb., 26 x 29 cm, 5-farbig illustriert inkl. Poster, Halbleineneinband, 96 S.
P.S.: Technisch gesehen handelt es sich hier um ein Kinderbuch ab 9 (Verlagsangabe). Daher findet sich dieser Eintrag in der Rubrik Kinderbuch. Tatsächlich ist diese Perle ein Schatz, dessen Glanz jeden Mensch zwischen 6 und 106 entzücken dürfte.

Ein Blick ins Kinderbuch-Antiquariat von Christian HaasKinderbuch-Antiquariat
Mal ein ganz anderer Tipp: Christian Haas hat seine Leidenschaft, das Sammeln von Kinder- und Jugendliteratur, zum Beruf gemacht. (Ok, die 16.000 Bücher, die er für seine beiden Töchter und sich im Laufe von mehr als 10 Jahren aneinander geschlichtet hatte, brachten auch akute Platzprobleme mit sich – und ein Ultimatum seiner Frau.)
Aber egal. Herr Haas liebt Bücher und behandelt sie mit der Achtsamkeit des wahren Bibliophilen. Dementsprechend ist alles, was es hier zu erstehen gibt, in Topzustand und trotzdem sehr günstig. "Von 1945 bis 1985 kenne ich mich aus, die Folgejahre lerne ich gerade", erklärt er mit der Bescheidenheit des Wissenden. Denn das Angebot ist topaktuell – nicht nur für ein Antiquariat. Bei der Auswahl der neuesten Titel helfen ihm seine beiden lesebegeisterten Töchter, 15 und 17 Jahre alt.
Nachgefragt werden vor allem Bilderbücher – unter Eltern von 4- bis 7-Jährigen ist der kleine Laden, der gerade erweitert wird, schon recht bekannt. Das Sortiment umfasst aber weit mehr: Ein umfangreiches und dabei handverlesenes Buchangebot für Kinder und Jugendliche (und natürlich Eltern und Tanten und Onkeln und Menschen wie Hrn. Haas oder mich), Spielzeug (nicht selten minutiös renoviert und komplettiert), Hörbücher...
Die ganz und gar frische, unstaubige Buchhandlung ist ein Ort der Begegnung und würde hervorragend in Cornelia Funkes Tintenwelt passen: Maggie und Mo Zauberzunge wären nicht mehr wegzubringen...
Kinderbuch-Antiquariat, Halbgasse 28, 1070 Wien Lage
Tel.: 01-99 02 963, E-Mail: kinderbuch.antiquariat@chello.at
Öffnungszeiten: Mo–Fr 14.00–21.00 (!) Uhr, Sa 14.00–18.00

Das kalte Herz Lesealter: 5 –7
Altmodisch-liebevoll bebilderte Ausgabe des Wilhelm-Hauff-Märchens oder vielmehr der extrem gekürzten, von nahezu allen Ecken und Kanten befreiten Kleinkinderversion davon. Der im Original fantastische, originäre und stellenweise sogar gruselig-spannende Text wurde auf das Nötigste zur Erklärung der Handlung gestaucht und lässt erheblich an atmosphärischer Dichte vermissen.
Das Bilderbuch nach Hauff wendet sich an 5- bis 7-Jährige und lebt zu 80% von den Illustrationen. Meiner Einschätzung nach hat man den Text viel zu sehr verflacht (meine Tochter hat mit 7 den Herrn der Ringe gelesen); da wäre mehr drin gewesen.
Maren Briswalter, nach Wilhelm Hauff: Das kalte Herz. Urachhaus, Stuttgart 2009. Geb., 32 S.

Galopp! Lesealter: 3+
Tja, da staunt der Buchrezensent: Da bewegt sich was, und sogar richtig echt. Aber es ist keine Batterie verborgen, es klappt nichts auf... wie geht das bloß? Nun, man bekommt eine ungefähre Ahnung, wenn man zum 100. Mal die Seiten hin und her bewegt, um das Pferdchen am Laufen, die Affen am Schwingen, das Sternchen am Blitzen zu halten. Wie genau Scanimation – so der geschützte Begriff für diese gänzlich neue Art von "bewegtem Buch" – funktioniert, ist aber selbstverständlich das Geheimnis des Erfinders Rufus Butler Seder. Der kennt sich mit Film-Special-FX bestens aus – und hat gerade deshalb den ungewöhnlichen Ehrgeiz entwickelt, eine absolute Low-Tech-Lösung für Bewegung ohne dreidimensionale Teile, Elektrizität oder gar CGI-Digital-Zeugs zu finden.
Und das hat er geschafft: Ich hab noch niemanden erlebt, dem beim Erstkontakt nicht der Mund offen geblieben wäre. Wirklich tolles Geschenk für ganz kleine Büchereinsteiger ab 3.
Rufus Butler Seder: GALOPP! Tiere, die sich echt bewegen. Ein Scanimation Buch. Boje, Köln 2008. Geb., 24 S., 10 Scanimation-Bilder

Rumpelstilzchen Lesealter: 3+
Nach Frau Holle nun ein weiteres Grimmsches Märchen als Drehbilderbuch - herzig gemalt, herzerwärmend altmodisch und trotzdem "interaktiv" (welch unpassendes Wort für diese Renaissance einer bereits vergessenen Präsentationstechnik). Eine Schau-, Spiel- und Zuhörfreude für die ganz Kleinen, wesentlich robuster als Zieh- oder Klapp-Bilderbücher, kindgerecht einfach und zugleich überaus ansprechend gestaltet.
Gertraud Kiedaisch: Rumpelstilzchen. Ein Drehbilderbuch. Urachhaus, Stuttgart 2005. 20 Kartonseiten, 4 doppelseitige, eingeschobene Drehbilder. Ab 3 Jahren.
bei amazon kaufen: EUR 15,40

 

 

 

Stell dir vor... Lesealter: 5?+
Das Wunder-Bilder-Buch oder Escher, Max Ernst, Arcimboldo und Magritte treffen sich im Yellow Submarine. Vexierbilder, unmögliche Perspektiven, versteckte Details, Klappbilder, Drehscheibe... Unglaublich aufwändig, fantasievoll, unendlich abwechslungsreich und voller Rätsel. Ein Kleinod des Surrealismus - aber für 5-Jährige? Da ist ein wirklich monströses Monster drin und Rätsel, bei denen jeder Erwachsene scharf nachdenken muss (und nicht selten trotzdem zu keiner Lösung gelangen wird). Da gibt es platte Spiele mit der Wahrnehmung (Stell dir eine Leiter ohne Sprossen vor), Klappwechselbilder und Such-den-Unterschied-Spiele nach konventionellem Muster gefolgt von Allegorien und Versteckspielen die nach dem kunsttheoretisch und zeichentechnisch geschulten Auge verlangen. Insofern ist das tragbare Museum der optischen Wunder sehr inkonsistent.
Da es mir an der Möglichkeit eines kindlichen Rezeptionstestlaufs mangelt, behaupte ich einfach mal: eine künstlerische Großleistung, ein Imaginationsbeschleuniger, aber ein Bilderbuch für Erwachsene, die zumindest als Zensurinstanz fungieren sollten bevor sie ihren Kleinen ausgewählte Teile des Bilderrausches präsentieren. Gemeinsames Betrachten wärmstens empfohlen.
Norman Messenger: Stell dir vor... Das Wunder-Bilder-Buch. Sauerländer, Düsseldorf 2005. Geb., 32 S.
bei amazon kaufen: EUR 15,40

Illustration: René MettlerDie Natur ganz nah und weit weg Lesealter: 3–6
Eine hübsche Idee: drei basketballgroße, knallrote Kugeln entpuppen sich beim Umblättern als Kirschen, rot wie ein Marienkäfer. Seite für Seite entfernen wir uns, gewinnen Überblick, nehmen nach und nach die Vogelperspektive ein - um schließlich den Spieß umzudrehen und uns wieder in die Landschaft hinein zu zoomen und uns einem anderen Ausschnitt Schritt für Schritt zu nähern bis eine saftig leuchtende Himbeere das ganze Bild ausfüllt.
Akkurat gezeichnet und coloriert, großformatig, leuchtend verführt das Bilderbuch zum Betrachten der Natur, und wie diese offenbart es beim genauen Hinsehen eine Fülle von Details. Zur räumlichen Veränderung gesellt sich die zeitliche. Spielerischer Naturkunde-Unterricht für 3- bis 6-Jährige, kunsthandwerklich optimal ausgeführt.
Renè Mettler: Die Natur ganz nah und weit weg. Carlsen, Hamburg 2006. Geb., 22 x 34 cm, 48 S.
bei amazon kaufen: EUR 14,40

Das verhexte Amulett Lesealter: Ab 10
Die schüchterne Julia Dove wird zur "Queen of Love" (Königin der Liebe) - so der Originaltitel des Buches. Schuld daran ist das im Deutschen titelgebende Anhängsel aus dem Zauberladen, das sie zu einem Magnet für Jungensehnsüchte macht. Julia findet die überall nach ihr schmachtenden Burschen unglaublich anstrengend und möchte das Amulett so rasch als möglich wieder loswerden. Nur: So einfach ist das nicht...
Bruce Coville ist ein überaus produktiver us-Jugend- und Kinderbuchautor, der in seiner Heimat bereits mehr als 30 Titel veröffentlicht hat. Darin geht es meist magisch-fantastisch und ordentlich gruselig zu. Julias Abenteuer wird zur Serie "Zauberladen" gezählt (drei weitere Titel bei Ravensburger) und fällt als Romanze aus dem Rahmen. Der Autor wurde wohl dazu angehalten, sich auch um die weibliche Hälfte der Zehnjährigen-Welt zu kümmern. Das ist ihm durchaus gelungen - das preisgünstige Hardcover stellt eine anspruchsarme, dabei aber durchaus unterhaltsame Zwischendurchlektüre dar.
Bruce Coville: Das verhexte Amulett. Ab 10. Ravensburger, 2005. Geb., 252 S.
bei amazon kaufen: EUR 10,25

Mein schönstes Wimmel-Bilderbuch Lesealter: 2,5+
Der "Vater" der Wimmel-Bilderbücher, Ali Mitgutsch, wurde zu seinem 70er mit einer Best-of-Jubiläumsausgabe geehrt: Nicht weniger als 16 doppelseitige Wimmelbilder auf starkem Karton laden zum endlosen Betrachten und Wieder-Betrachten ein. Kinder lieben Wimmelbilder, Erwachsenen geben die (fast) textlosen Szenen Stoff zum Geschichten erzählen.
Ab 2,5 oder so - der beste Einstieg ins Medium Buch, liebevoll, kreativ und die Kreativität fördernd, bunt und so ganz nebenbei auch viele Sachinformationen vermittelnd; eine Art der Vermittlung so wider den passiv-konsumistischen Zeitgeist dass es eine helle Freude ist... Und dazu noch zum echten Jubiläumspreis!
Ali Mitgutsch: Mein schönstes Wimmel-Bilderbuch. Ravensburger, 2005. 32 großformatige Kartonseiten, durchgängig 4-farbig illustriert.
bei amazon kaufen: EUR 9,95

Die Weihnachts-Show Lesealter: 5+
Der Osterhase hat genug: einmal will er zu seinem Fest nicht arbeiten wie verrückt sondern wie das Christkind einfach nur faul in der Krippe liegen und sich bewundern lassen. Gesagt, getan - Osterhase und Christkind tauschen die Rollen, und bei der alljährlichen Weihnachtsshow wächst der Hase wahrlich über sich hinaus...
Großzügig formatiertes und sehr schön illustriertes Bilderbuch mit einer scherzhaften Geschichte, die eine Anregung zum Thema Feste im Jahreskreis - und wer hat sie eigentlich gemacht? sein könnte. Ab 5 Jahren.
Brigitte Schär / Jörg Müller: Die Weihnachsts-Show. Sauerländer, Düsseldorf 2005. Geb., 32 S.
bei patmos kaufen: EUR 15,40

Eva & Adam Lesealter: 8 (11)
Endlich ein Paar: im Gegensatz zu den meisten "romantischen Komödien" beginnt Eva & Adam an dem Punkt des Sich-Findens - und fragt danach, wie es jetzt weitergeht. Wie ist das mit Küssen? Können Jungs und Mädels auch einfach nur Freunde sein? Eifersucht spielt eine Rolle, weil Eva es bald leid ist, immer nur zu zweit herumzuhängen. Und die Freunde sind natürlich auch immer mit guten Ratschlägen zur Stelle…
Ein Mädchen-Beziehungs-Buch ab 8 (Verlagsempfehlung: 11+), realistisch und gut nachvollziehbar. Besonderes Merkmal: Streitlust und Spaß an der Auseinandersetzung. Unterhaltsames für Zwischendurch. (Wertung und Testlesung: Lena Turek, 10)
Måns Gahrton: Eva & Adam. Ja oder Nein oder doch? Carlsen, Hamburg 2005. TB, 122 S.
bei amazon kaufen: EUR 6,10

Tanith die Wolfsfrau Lesealter: 10+ (12+)
Tanith ist der Sonderling: Sie lebt beim Häuptling des Clans, der sie als ganz kleines Mädchen bei Wölfen gefunden hatte. Doch ihre schwarzen Haare weisen sie als Angehörige der Feinde aus und nur ihr angesehener Fürsprecher sorgt dafür, dass die Ablehnung durch die anderen Clansleute nicht außer Kontrolle gerät. Doch die Fürsprache hält nicht für ewig vor, und Tanith vernimmt immer deutlicher den Ruf der Wölfe, bei denen sie eine neue, ehrlichere Heimat zu finden hofft.
Sherryl Jordan hat mich mit ihrem Roman Die flüsternden Hände restlos überzeugt; in Tanith packt sie die Themen Ausgrenzung, Andersartigkeit, Fremdsein an - und schafft es damit leider gar nicht, (mich) zu überzeugen. Die Motivationen von Tanith sind nur zum Teil nachvollziehbar, die Faszination der Wölfe nicht wirklich spürbar, die ganze Anlage der Geschichte neigt zur Plattheit und allzu großen Simplizität. Man merkt sehr deutlich, dass Frau Jordan nicht annähernd dieselbe Nähe zum Inhalt hatte wie bei ihren meisterlichen flüsternden Händen, die auch in punkto atmosphärischer Dichte dieser Story weit voraus sind. Altersempfehlung des Verlages 12+, meiner Ansicht nach jederzeit ab 10 zu vertreten; bei amazon übrigens mit 5 Sternen ausgezeichnet.
Sherryl Jordan: Tanith die Wolfsfrau. Carlsen, Hamburg 2005. TB, 191 S.
bei amazon kaufen: EUR 7,11

Was ich vergessen habe Lesealter: 10–12
Die Neue in Elmers Klasse hat es in sich: Sosha ist verrückt und nett und sagt ihm einfach so, dass sie ihn mag. Elmer ist das ganz schön peinlich - aber es freut ihn auch. Sehr sogar. Es fühlt sich an, als hätte Sosha ein Licht in seinem Leben angeknipst - in diesem Buch wie ein warmer Regen über die Liebe in ihren vielen Formen: himmlisch, irdisch, wahr und heimlich, mütterlich, geschwisterlich…
Ein wenig Abenteuer kommt auch dazu, als Elmer und Sosha gemeinsam ein uraltes Familiengeheimnis lüften; idealer Stoff also für vorpubertäre Mädchen, deren Leseinteresse sich den Herzensangelegenheiten des Daseins zuwendet. Sehr gut geschrieben - von einem Mann. Der sich offenbar hervorragend in die Welt 10- bis 12-jähriger Seelen einfühlen kann. Nur das Ende "war irgendwie kein richtiges Ende", befand meine Tochter. Aber das macht eigentlich fast gar nichts.
Edward van de Vendel: Was ich vergessen habe. Carlsen, Hamburg 2004. Geb., 158 S.
bei amazon kaufen: EUR 12,33

Ausgerechnet Jule Lesealter: 10
"Alarmstufe rot" ist angesagt, als Antonia Ausgerechnet Jule beim Knutschen ertappt. "Küssen üben" wird das genannt, und Jules Hingabe an diese neue Disziplin weckt sogar die Neugier von Svenja. Erst lässt Chrissie wegen des Sports ihre Clique hängen, und jetzt das. Antonia kann sich nur noch wundern: Von wegen "For Girls only" – was ist bloß in ihre Freundinnen gefahren?
Patricia Schröders Erfolgsreihe wird fortgesetzt - auch Band 4 kann mit allen bewährten Zutaten aufwarten, die schon bisher die Mädchen an der Schwelle zur Pubertät, inmitten des nicht einfachen Übergangs von "Burschen sind so blöd" zu "Ich glaub ich hab mich verknallt" zu begeistern wussten.
Zielgruppengerecht, handwerklich 1A, spaßig und romantisch - das Genre wird von Frau Schröder gut beliefert. Jetzt als Taschenbuch für Mädels ab 10.
Patricia Schröder: Ausgerechnet Jule. Carlsen, Hamburg 2004. TB, 192 S.
bei amazon kaufen: EUR 6,70
Mehr von Patricia Schröder

Lissy löst den Fall Lesealter: 6–8 (10)
Ein entflohener Häftling taucht auf, ein Hund wird entführt und der Koch Sam sogar erpresst: mit einem Mal sind Lissys Sommerferien alles andere als langweilig. Ihr Spürsinn ist gefragt - und der der Leser, denn Lissy löst den Fall enthält Detektivgeschichtchen zum Mitraten.
Das kleine Büchlein soll den einschlägigen Markt offenbar für Mädchen aufbereiten; es ist lieb, harmlos und weitaus kindlicher, als es der Leseempfehlung 10+ entsprechen würde. Da der Rätsel Lösungen zudem stets in den Illustrationen zu finden ist, dürfte das Bändchen seinen Zweck gut erfüllen - sofern man die Zielgruppe korrigiert und es 6- bis 8-Jährigen zu Gemüte führt.
Maren von Klitzing, Axel Dissmann: Lissy löst den Fall. Detektivgeschichten zum Mitraten. Carlsen, Hamburg 2004. TB, 138 S.
bei amazon kaufen: EUR 6,10

Der 13. Zauberer Lesealter: 8+
Als der junge Oliver merkt, wieso gerade er die Fähigkeit hat, andere mit unerklärbaren Zaubertricks zu verblüffen, steckt er auch schon mitten drin in einer lebensgefährlichen Mission. Er ist der jüngste Magier der Entdeckten Welt, und weil die Magie mit dem Alter immer schwächer wird, der einzige, der es mit Kratau aufnehmen kann - jenem böse gewordenen, mächtigen Zauberer, der die Macht über alle 13 Königreiche an sich reißen will.
Ein Schatten kommt langsam und bedrohlich auf Oliver zu, schwärzer als die schwärzeste Dunkelheit. Kratau! Feuerblitze schießen aus seinen stechenden Augen. Leise steht Oliver auf. Gleich wird Kratau ihn entdecken…
Stan van Elderens Debüt als Kinderbuch-Autor ist eine kleine, überaus spannende Fantasy-Geschichte geworden, die in den Niederlanden zahlreiche Anhänger gefunden hat. Mit viel Phantasie und feinem Humor erzählt er die gruseligen Ereignisse rund um Oliver, Kratau und die grausamen Plorks. Der Verlag bürgt wie immer dafür, dass das sprachliche Niveau erfreulich hoch angesiedelt ist, dabei aber nie den Rahmen des Sinnvollen für die Altersgruppe ab 8 verlässt. Eine feiner Happen zwischendurch für Leseratten.
Stan van Elderen: Der 13. Zauberer. Urachhaus, Stuttgart 2004. 140 S.
bei amazon kaufen: EUR 12,25

Vier Biber in der Nacht Lesealter: 4++
Der kleinste der vier Biber fürchtet sich vor der Nacht. Da lassen sich die anderen einiges einfallen, um ihm die Angst zu nehmen.
De Wit schafft es wieder, aus (fast) nichts (fast) alles zu machen. Nur ganz wenige, schlichte Worte; aufs Wesentlichste reduzierte Illustrationen. Aber die Worte enthalten alles, was gesagt werden muss, und es sind warme Worte. Und die Bilder zeigen alles, was gezeigt werden muss, und es sind liebevolle Bilder. Die Wärme und Schönheit der Nacht wird Seite um Seite greifbarer, fühlbarer, und am Ende lassen wir uns in die linde Pracht einer Sommernacht sinken. Ein wunderschönes, einfühlsames Freundschafts- und Einkuschelschlummerbuch, für das es kein Alter gibt.
Michael Dudok de Wit: Vier Biber in der Nacht. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2004. 32 S.
bei amazon kaufen: EUR 12,85

Pernix Lesealter: 4+
Ein kleiner Saurier im großen Urwald - er muss sich mit anderen um sein Futter streiten und sehr gut auf sich aufpassen, damit er nicht gar selbst zum Futter wird. Da ist es gut, eine Gefährtin zu haben…
Dieter Wiesmüller ist ein ausgezeichneter Illustrator. Das großformatige Bilderbuch punktet mit wunderschönen, ungemein lebendig wirkenden doppelseitigen Darstellungen der urzeitlichen Szenerie. Die einfache Geschichte tritt dagegen deutlich zurück. Die simple, freundlich-konservative Botschaft lautet: finde deine Gefährtin und gründe eine Familie. Dagegen ist nichts einzuwenden, nur weist der Text selbst keinerlei Raffinesse auf. Dieter Wiesmüller ist ein ausgezeichneter Illustrator; als Szenarist oder Texter ragt er nicht hervor.
Dieter Wiesmüller: Pernix. Ein kleiner Saurier im Urzeitwald. Ab 4. Carlsen, Hamburg 2004. 24,5 x 30,6 cm, 56 S.
bei amazon kaufen: EUR 14,90

Die Kurzhosengang Lesealter: 10–100
"Nach den drei Musketieren kam eine Weile lang nichts. Jetzt ist die Kurzhosengang da und die Kurzhosengang wird nicht weichen."
Betrachtet man den Hype, den The Short Ones (die Kurzen - so der Originaltitel) in ihrer Heimat Kanada auslösten (nicht ganz wie Harry Potter, aber fast…), ist die obige Ansage vielleicht noch immer nicht großspurig genug. Die Kinder waren hingerissen von den Abenteuern der vier Elfjährigen Rudolpho, Snickers, Zement und Island. Weil sie so witzig sind. Weil sie so spannend sind. Aber vor allem: Die Kids kommen praktisch selbst zu Wort. Denn die Kurzhosengang gibt es wirklich, und ihre Erzählungen sind es, die die beiden schrägen kanadischen Autoren zu Papier gebracht haben.
Andreas Steinhöfel, ein Name der für Qualität in der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur steht, hat übersetzt und sich dabei der Mühe unterzogen, alles (über Kanada) verstehen zu wollen. Das brauchts einfach für dieses Buch, meint er, und außerdem - in Kanada haben fast so viele Erwachsene wie Kinder die Abenteuer der Short Ones mitverfolgt; weil es ihnen die Welt aus der Sicht der Kinder so gut verständlich macht. Für den Fall, dass dies hierzulande auch so sein sollte, sind als Zusatzangebot ganz viele Hintergrundinfos in das Buch eingefügt. Es ist ein Kinderbuch mit Fußnoten, aber keine Sorge - die sind nicht fad und akademisch, sondern so launig wie alles andere und können auch von Kindern gelesen werden.
Meine wie gewohnt testlesende Tochter (9) hat sich das (kleinformatige) 200-Seiten-Büchlein jedenfalls in einem Rutsch einverleibt und war sehr angetan; und das noch unter dem Eindruck von Tintenherz stehend…
Victor Caspak, Yves Lanois: Die Kurzhosengang. Bilder von Ole Könnecke. Deutsch von Andreas Steinhöfel. Ab 10. Carlsen, Hamburg 2004. 206 S.
bei amazon kaufen: EUR 12,40

Verflixt und Zugeschneit Lesealter: 8–9
4 Geschwister aus einem superreichen Haushalt erleben den Weihnachtsalptraum: Die Eltern verschwinden, der Großvater verschenkt alle ihre Packerln und gibt den Angestellten frei. So bleibt dem Jungprinz Alexander, den computerverrückten Zwillingen Paula und Pauline und dem Kosmetik-Junkie Hescha nichts anderes übrig, als die Sache - sprich das Weihnachtsfest mit allen Schikanen - selbst in die Hand zu nehmen.
Das Büchlein ist ein reiner Scherzartikel - sehr komisch geschrieben und illustriert und für die Zielgruppe durchaus lustig, ansonsten hat es wenig zu bieten. Soll heißen, auf eine (spannende) Geschichte wartet man ebenso vergeblich wie auf irgendeinen (literarischen) Anspruch. Im Fernsehen wäre die Story ein greller Cartoon am frühen Nachmittag. Als harmloses Unterhaltungsprogramm - Motto: Lesen ist immer besser als fernsehen - ob seiner zahlreichen originellen Einfälle nicht die schlechteste Wahl.
Christian Tielmann: Verflixt und Zugeschneit. Eine total verrückte Weihnachtsgeschichte. TB, Carlsen, Hamburg 2003. 125 S.
bei amazon kaufen: EUR 6,10

Baumlang und Felsenfest Lesealter: 6+
Ein einsamer Felsen, an dem das Leben gar zu schnell vorüberzieht, bekommt Gesellschaft: eine Kiefer beginnt auf ihm zu wachsen. Die beiden entwickeln liebevolle Gefühle füreinander und können sich am Brückenschlag der Welten erfreuen, denn der Felsen hat einen völlig anderen Zeitbegriff als selbst ein Baum. Doch eines Nachts geschieht ein Unglück, und die Geschichte nimmt eine dramatische Wendung.
Das Leben, die Liebe und der Tod (und die Wiedergeburt) - große Themen in einem kleinen Buch, große Themen für ein kleines Publikum. Dank der schlicht-schönen Sprache und der überaus gelungenen, liebevollen Illustrationen der slowenischen Künstlerin Maja Pogacnik bleibt die Geschichte aber stets kindgerecht; auch kleine Menschen interessieren sich für große Gedanken. Zu diesen regt dieses anspruchsvolle, dabei aber zu Herzen gehende Kinderbuch (ab 5) sicherlich an. (Gabriela Heidegger)
Helmuth Santler/Maja Pogacnik: Baumlang und Felsenfest. edition KKK, Kirchstetten 2002. © bei den Autoren. Broschiert, durchgehend farbig illustriert, ca. A4-Format, 16 S.
beim Autor/bei der Illustratorin kaufen: Mail an Helmuth Santler (A), Mail an Maja Pogacnik (D), EUR 9,90 (Vorauskasse, inkl. Versand im Inland)

Percys TurnschuheLesealter: 7–9
.. müssen magisch sein. Glaubt zumindest Ulf, denn sein Freund ist so stark, dass es dafür einfach keine andere Erklärung geben kann. Also tauscht er gegen alles, was Percy immer schon von ihm haben wollte, die Wunderschuhe ein. Und siehe da: Sie wirken tatsächlich…
Nett geschriebene Geschichte um die Kraft der Illusion und die Bedeutung des An-sich-Glaubens. Mal witzig, mal spannend und immer für das erste Lesealter passend, nicht zuletzt dank der großen Buchstaben und der beigefügten Illustrationen. Ab 7.

Ulf Stark: Percys Turnschuhe. TB, Carlsen, Hamburg 2001. 144 S.
bei amazon kaufen: EUR 7,10

Tipps: Best of Kinderliteratur

de Wit: Vater Roald Dahl: Sophiechen u.a.Drehbilderbuch Frau HolleCornelia FunkeThor: Rotes Herz

Sophiechen und der Riese
Das Waisenmädchen Sophie wird ins Land der Riesen verschlagen, weil sie Gurie gesehen hat. Der ist immerhin der gute Riese, während andere mit Namen wie Fleischfetzenfresser, Knochenknacker oder Menschenpresser übles ahnen lassen… Gurie ist mit seinen 8 Metern Größe reichlich unterentwickelt, was daran liegen mag, dass er als einziger Riese Vegetarier ist und sich ohne rechte Begeisterung (wer würde es ihm verdenken?) von Kotzgurken ernährt. Aber der kleine Riese hat andere Qualitäten, und gemeinsam mit Sophie macht er sich auf, etwas gegen das Verschlingen der Kinder zu unternehmen…
Typisch Roald Dahl: eigentlich furchtbar gruselig, dabei aber so originell und lustig und, na ja, einfach britisch, dass Kids ab 8 auch diese Geschichte des Meisters der Erzählung verschlingen werden. Ganz ohne Spätfolgen übrigens, nicht wie bei den bösen Riesen.
Roald Dahl: Sophiechen und der Riese. Bilder von Quentin Blake. Ab 8. TB, rororo, Reinbek bei Hamburg. 14. Aufl. 1990. 244 S.
bei amazon kaufen: EUR 7,10

Vater und Tochter
In knappen Worten und aufs eindrucksvollste reduzierten Bildern erzählt de Wit die Geschichte eines ganzen, einfachen Lebens - der Abschied vom Vater, Schmerz, Freundschaft, Liebe, eigene Kinder, wieder Abschied, Alter, Tod. Trotz der ernsten Thematik wirkt das Bilderbuch nie bedrückend, sondern findet den angemessenen Tonfall um einige der Unvermeidlichkeiten des Lebens auch Kindern näher zu bringen. Keine leichte Kost natürlich, aber ein gelungener Versuch, anspruchsvolle Literatur für ganz junge Leser (Zuhörer und Schauer) zu machen. Dem Buch zugrunde liegt ein Animationskurzfilm, der 2001 den Oscar erhielt.
Michael Dudok de Wit: Vater und Tochter. Ab 5 Jahren. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2003, geb., 30 S.
Bei amazon kaufen: EUR 12,90

Frau Holle
Ein klassisches Märchen in "neuem" Gewand - als Drehbilderbuch. Die liebevollen, anmutigen Illustrationen sind per in die Kartonage eingefügte Scheibe in "Bewegung" zu versetzen. Ein altes, praktisch in Vergessenheit geratenes Prinzip, dass gegenüber Klapp- oder Ziehbilderbüchern den Vorteil der größeren Robustheit aufzuweisen hat.
Eine sehr kleinstkindgerechte, stabil ausgeführte und künstlerisch überzeugende Arbeit, ideal dazu geeignet, erste echte Schau-Leseabenteuer zu vermitteln.
Brüder Grimm: Frau Holle. Ein Drehbilderbuch mit Illustrationen von Gertraud Kiedaisch, ab 4. Urachhaus, Stuttgart 2003. 12 S. mit beweglichen Drehscheiben.
Bei Urachhaus kaufen: EUR 15,40

Cornelia Funke: Superstar der Kinder- und Jugendliteratur
Ihr jüngstes, meisterliches Opus Tintenherz (Audio)eroberte vor kurzem die US-Büchercharts als Inkheart; und weil der Funke offenbar übergesprungen ist, folgte gleich eine Übersetzung einer ihrer ersten großen Erfolge, dem wunderbaren Drachenreiter (Dragon Rider) (Audio) - derzeit (Sept. 04) Nr. 1 der New York Times Booklist.
Aber die begnadete Illustratorin, die zur phänomenalen Autorin wurde und noch dazu mit einer kongenialen Lesestimme gesegnet ist, hat noch viel mehr Erlebens- und Lesenswertes fabriziert - allem voran natürlich ihr Kultreihe um die Abenteuer der Wilden Hühner, einer vier- und später fünfköpfigen Mädchenbande. Ob auf Klassenfahrt, bei Fuchsalarm, mit dem Glück der Erde gesegnet oder, wie im bisher letzten, dem 5. Band, mit den Verwirrungen rund um die Liebe konfrontiert - die Abenteuer von Sprotte, Frieda, Wilma, Trude und Melanie sind herzergreifend lebensecht, lustig, aufregend, romantisch und einfach so richtig total zum Mitleben. Alle Geschichten gibt es auch als Audio-Books (Bd. 1, Bd. 2, Bd. 3, Bd. 4, Bd. 5), von der Autorin selbst vorgetragen - und zwar so gut, dass ein 8-jähriger Junge mit derselben Begeisterung zuhörte wie seine Eltern; die Tochter (9) ist dem Ganzen sowieso völlig verfallen... Dem Kultpotential der Reihe entsprechend gibt es mittlerweile Merchandising-Produkte von Geheimes-Wissen-Audios über Banden- bis Tagebücher und jede Menge mehr; das lange Warten auf Bd. 6 verkürzt überdies eine eigene Website: www.wilde-huehner.de.
Eine noch so kurze Laudatio von Deutschlands Antwort auf J. K. Rowling ist nicht vollständig ohne die Erwähnung des Herrn der Diebe (Audio), ihrem ersten Roman. Das sprachliche Niveau ist hoch, angesiedelt an der Schwelle von der Kinder- zur Jugendliteratur, die Illustrationen natürlich von Cornelia Funke selbst, die Erzählweise schlicht ergreifend; ein Klassiker.

 

Geheimnis um Chrissie
Was ist nur los? Antonia, Jule, Chrissie und Svenja waren die perfekte Clique - und plötzlich geht alles schief. Chrissie flippt aus, Svenja verkriecht sich und Jule wirft schon mehr als ein Auge auf bestimmte Jungs. Dabei hatten sie sich doch "for girls only" geschworen...
Nach "Zoff in der Clique" und "Chaos um Antonia" geht es im nunmehr dritten Teil der Serie "For Girls only!" weiter in Sachen frühpubertärer Beziehungskisten, coolen Sprüchen und Klamotten und den wirklich wichtigen Dingen des Lebens (wenn man 9-13 und ein Mädchen ist). Ich gestehe, ich habe das Büchlein nicht gelesen; meine Tochter (9) ließ hingegen angesichts der Neuerscheinung ein tief empfundenes, innerlich leuchtendes "Coooool!" verlauten und war praktisch vor der letzten Seite nicht mehr ansprechbar... Eins ist sicher: Frau Schröder versteht ihr Handwerk.
Patricia Schröder: Geheimnis um Chrissie. 3. Bd. der Reihe For Girls only!. TB, Carlsen, Hamburg 2004. 192 S.
bei amazon kaufen: EUR 6,70
Band 1 (TB): Zoff in der Clique EUR 6,10
Band 2 (TB): Chaos um Antonia EUR 6,10

Ein rotes Herz, ein blauer Schmetterling
Eigentlich findet Alva die Idee, Love am Valentinstag heimlich ein Herz zu schenken, total bescheuert. Aber irgendwie auch aufregend. Und dann wird wirklich Liebe draus - und ein Auf und Ab der Gefühle kann seinen Anfang nehmen.
Die bekannte schwedische Autorin Annika Thor wendet sich diesmal an ein sehr junges, weibliches Publikum. Einfühlsam und kindgerecht erzählt sie die einfache, aber zu Herzen gehende Geschichte zweier Kinder, die einander in unschuldiger Liebe zugetan sind. Ein Büchlein wider den schnellen, gruseligen, fantastischen Zeitgeist für einen sanften Einstieg in das eigenständige Lesen von Büchern. Ab 8.
Annika Thor: Ein rotes Herz, ein blauer Schmetterling. Carlsen, Hamburg 2003. Geb., Illustrationen von Heike Vogel, 122 S.
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